Microneedeling selber machen

Willkommen zum dritten Teil unserer Serie zum Thema Microneedling. Der erste Teil beschäftigte sich mit Microneedling im Allgemeinen, in zweiten Teil wurden die Kosten genauer unter die Lupe genommen bevor wir in diesem Beitrag eine Anleitung geben, um Microneedling selber zu machen.

Kann man Microneedling selber machen?

Die klare Antwort lautet: Ja! Das Microneedling selbst durchzuführen erfordert zwar ein klein wenig Geschick, ist allerdings für die meisten Menschen problemlos und mit etwas Ruhe umsetzbar. Natürlich gibt es Unterschiede in den Resultaten, was auf die Qualität der verwendeten Geräte zurückzuführen ist. Bei den Rollern für die Heimanwendung sind die Nadeln nicht so lang und dringen auch nicht wirklich tief in die Haut ein. Medizinische Geräte oder Profigeräte beim Kosmetiker dringen tiefer ein und erzielen daher die besseren Resultate.

 

Allerdings sind diese Varianten auch wesentlich teurer - siehe unseren zweiten Artikel in der Serie. Die Anwendung zu Hause ist daher besser als eine ergänzende Maßnahme zu sehen, da der Effekt keinesfalls mit dem Medical Needling zu vergleichen ist. Am besten kombinieren Sie die Behandlung mit einer Argireline-Creme und kombinieren so zwei unterschiedliche Ansätze, um tolle Resultate zu erhalten – mehr dazu am Ende des Artikels.

Was muss ich beachten?

Ein tadellos funktionierender Derma Roller oder Derma Pen sowie eine hygienische Arbeitsweise sind das A und O. Wer sich unschlüssig ist, sollte einen Ersttermin bei einem Profi buchen. Dort kann man sich nicht nur die Handhabung des Gerätes selbst, sondern auch die Intensität bzw. die praktizierte Nadeltiefe abgucken.

 

Wenn Sie schmerzempfindlich sind, so tragen Sie vorab eine dünne Schicht einer Betäubungscreme auf. Achten Sie darauf, die Hautbereiche penibel gereinigt und desinfiziert zu haben. Bereiche, die anschließend mit eng sitzenden Textilien abgedeckt werden (z.B. Hosenbund), können darunter brennen. Ausgiebige Sonnenbäder sollten zwischen den Sitzungen vermieden werden. Ebenso sollten, zumindest am Folgetag, schweißtreibenden Aktivitäten wie Sport oder Saunieren umgangen werden. Schweiß irritiert die mikrofeinen Einstichstellen und könnte brennen.

 

Abhängig von Hautproblem bzw. -beschaffenheit empfehlen sich sieben Tage bis sechs Wochen zwischen zwei Behandlungen. Hier müssen Sie auf Ihre Haut selbst achten, Ihr Körper teilt Ihnen mit, ob Sie bereits eine nächste Behandlung durchführen können. Achten Sie daher auf die Körperreaktionen auf die Behandlung.

Wie bereite ich mich vor?

Für jede Behandlung wird ein steriler und desinfizierter Dermaroller verwendet. Daher das Gerät vor dem Einsatz rund 15 Minuten in einer Desinfektionsflüssigkeit ruhen lassen. Waschen Sie sich zwischendrin auch immer mal wieder die Hände, wenn Sie eine Pflege auf die Haut aufgetragen haben und dann erst wieder weiterarbeiten.

 

Manche Menschen berichten während der Behandlung von einem mäßigen aber gut auszuhaltenden Schmerz, der an einen leichten Sonnenbrand erinnert. In diesem Fall können Sie durch ein vorheriges Betäuben des Behandlungsareals mit einer Creme sicherstellen, dass Sie keine Schmerzen spüren.

Wie führe ich das Microneedling durch?

Gehen Sie mit Augenmaß vor sonst kann es auch gefährlich sein. Die Anwendung sollte nicht zu schmerzhaft ausfallen und mit ruhiger Hand ausgeführt werden. Setzen Sie das Werkzeug immer sicher auf und ab, um Kratzer und Einblutungen zu vermeiden. Angst muss davor aber keiner haben. Der Druck der Rolle ist gut auszuhalten und kann durch Sie individuell angepasst werden.

 

Die zu behandelnden Hautstellen wird mit dem Roller mit minimalem Druck mehrmals längs, quer und diagonal über die Haut gerollt, auf diese Weise erhält die Haut die Mikroeinstiche. Beachten Sie auch die Beschaffenheit des Untergrunds. Auf Knochen (Stirn, Wange, Schlüsselbein) arbeiten Sie sanfter als auf weichem Bindegewebe (Backen, unteres Dekolleté, Unterarme) ansonsten kann es etwas mehr Schmerzen.

Was passiert nachdem ich fertig bin?

Schon im Anschluss an die erste Behandlungssitzung strafft und festigt sich die Haut. Das endgültige Ergebnis hängt von individuellen Ausgangssituationen und Kombitherapien (etwa Nutzen einer Argireline Creme) ab. 

 

Die Haut wird leicht anschwellen, stark gerötet sein oder gar leicht pochen. Diese Effekte sind normal und zeigen die Aktivierung Ihrer Haut. In den Stunden nach der Microneedling Behandlung ist Ihre Haut dann eher straff und prall durchblutet. Abhilfe schaffen dann kühlende Kompressen oder eine beruhigende Maske.

 

Auf ganz natürlichem Wege wird dann der Kollagenaufbau aus der Unterhaut heraus stimuliert. Zugleich sind die Mikrokanälchen noch eine kurze Zeit offen. Nutzen Sie diesen Umstand, um gezielt eine Pflege oder ein Argireline Creme einzuarbeiten. Die verwendete Pflege sollte möglichst keine Duftstoffe oder Allergene enthalten.

 

 

Verwenden Sie zur Nachbehandlung für das Mischen einer Argireline Creme am besten eine, welche Vitamin A und C haltig ist. Die Vitamine unterstützen die Hauterneuerung und ermöglichen gleichzeitig, dass durch die Behandlung ein optimales Ergebnis erzielt werden kann.

Wann soll ich Microneedling nicht anwenden?

Ist die Akne gerade aktiv, dann ist eine Microneedling-Behandlung nicht ratsam. Das gilt ebenfalls, wenn die Haut an einem Infekt oder einer Entzündung erkrankt ist, bei ausgebrochenem Herpes, einer Krebserkrankung oder wenn Sie sich in einer chemo- oder strahlentherapeutischen Behandlung befinden. Trifft einer der Punkte auf Sie zu, dann sprechen Sie am besten erst einmal mit Ihrem Hautarzt. Er kann Ihnen sagen, ob eine Microneedling-Behandlung in Ihrem Fall möglich ist.

Lohnt sich Microneedling selber machen?

Da gibt es ein klares JEIN von uns. Es hängt davon, was Sie damit erreichen wollen. Microneedling an sich führt zu einem tollen Anti-Aging Effekt, allerdings nur bei professionellen Geräten im medizinischen oder kosmetischen Bereich. Im Hausgebrauch stimuliert die Anwendung den Aufbau der Epidermis, verbessert die Durchblutung und Mikrozirkulation. Ihr Hautbild wirkt ebenmäßiger, die Faltenreduktion ist im Hausgebrauch eher minimal. Allerdings können Sie bei der Verwendung von Argireline auch Falten bekämpfen.

Warum Microneedling und Argireline zusammen einsetzen?

Da bei Hausgeräten keine neuen Kollagenfasern (wirken festigend) oder Elastinfasern (verleihen der Haut Elastizität) gebildet werden, ist der Anti-Aging-Effekt bei Hausgeräten wesentlich geringer. Diesen negativen Aspekt der günstigen Lösung kann mit einer Argireline-Behandlung kompensiert werden. Daher ergänzen sich diese beiden Methoden hervorragend. Die Haut wird durch das Microneedling so vorbereitet, dass sie den Wirkstoff besonders gut und tief aufnimmt. Damit kommt der Argireline Wirkstoff besser zum Tragen und die Wirkung wird verstärkt.